Prunkkassette für
Eduard von Simson
Fritz von Miller,
München, 1879




 


Kunstwerk des Monats
Januar – Zwei Prunkkassetten des Münchner
Goldschmiedes Fritz von Miller


Als repräsentative Schauobjekte zählten Prunkkassetten in der Renaissance zu den Kostbarkeiten fürstlicher Kunstkammern. Im 19. Jahrhundert wieder in Gebrauch gekommen, wurden solche Behältnisse vorwiegend als offizielle Ehrengeschenke an verdiente Persönlichkeiten hergestellt. Künstlerisch anspruchsvolle Prunkkassetten gingen insbesondere aus der Werkstatt Fritz von Millers hervor, des bedeutendsten Münchner Goldschmiedes in der Zeit des Historismus.


Führung:
Sonntag, 8. Januar um 11 Uhr
durch Dr. Michael Koch

Donnerstag, 19. Januar um 18 Uhr
durch Dr. Michael Koch

Ausgestellt in Saal 52



 
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Groteske Herme
Deutsch (?),
17. oder 18. Jhdt.




 


Kunstwerk des Monats
Februar – "Ein „Götzenbild“ aus Edelsteinen und Perlen

Es sind kostbare Steine, die man normalerweise in einer Schmuckschatulle vermutet - Karneole, Amethyste, Lapislazuli, Opale, Smaragde, Goldtopase, Türkise, Rubine. Nun sind sie Bestandteile einer bunten Figur geworden, deren Glieder sowie Gewand aus Edelsteinen und hunderten kleiner Perlen besteht. Als „Kompositfigur“ nach der Art Giuseppe Arcimboldos (1526-1593) wurde dieses „Götzenbild aus Perlen und guten Steinen“ 1858 aus königlichem Besitz an das Museum übergeben. Wo die groteske Herme - die Bezeichnung für einen Pfeilerschaft mit aufgesetztem Kopf und Schultern – früher zu Hause war, ist nur eines der vielen Rätsel, die diese Figur aufgibt.
Schon in frühen Inventaren des Museums als „ruinös“ beschrieben, wurde die Herme im 20. Jahr-hundert nie ausgestellt. In letzter Zeit jedoch konnten glücklicherweise einige ihrer Rätsel gelöst werden. Gerade der schlechte Zustand nämlich erlaubt Einsichten in ihren Aufbau. Abdrücke in der Harzmasse, aus der der Körper geformt wurde, legen nahe, dass nicht nur Spolien und Bruchteile von Objekten aus bunten Steinen wiederverwendet wurden, sondern auch geschnittene Gemmen, die kurioserweise verkehrtherum eingesetzt wurden. Zudem widerlegen neu hinzugezogene Vergleichsexemplare mit ähnlichen Sockeln in Paris, Madrid und Florenz die lang etablierte Meinung, dass die Herme im Bayerischen Nationalmuseum ein zusammengesetztes Unikat sei. Sie erlauben auch eine neue Datierung, da eine davon 1689 im Inventar des Dauphin de France, später Louis XIV. (1661–1711), aufgeführt ist.
Das Kunstwerk des Monats Februar wird in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Ingrid Szeiklies-Weber präsentiert.

Öffentliche Führungen zum Kunstwerk des Monats Februar 2012:
Ein „Götzenbild“ aus Edelsteinen und Perlen

Sonntag, 5. Februar 2011, 11.00 Uhr mit Dr. Rachel King & Dr. Ingrid Szeiklies-Weber

Donnerstag, 23. Februar 2011, 18.00 Uhr mit Dr. Rachel King & Dr. Ingrid Szeiklies-Weber

Foto: Eine groteske Herme, deutsch (?),18. Jh.

Unter www.bayerisches-nationalmuseum.de steht im Bereich „Aktuelles“, auf der Seite >Presse< ein Bildmotiv zur Verfügung (mit dem Vermerk © Bayerisches Nationalmuseum München honorarfrei).

Ausgestellt in Saal 31



 

 

 
 


Die Gefangennahme
des Paulus (Ausschnitt)
Tapisserie nach
Pieter Coecke van Aelst, Brüssel, um 1550




 


Kunstwerk des Monats
März – Die Gefangennahme des Paulus.
Eine Tapisserie aus dem Besitz Albrechts V.


Die Tapisserie gehört zu einer neunteiligen Folge mit verschiedenen Szenen aus dem Leben des Apostels Paulus. Die Bildteppiche, die um 1550 in Brüssel entstanden, wurden von Albrecht V. erworben und zählen zu den Meisterwerken der Wirkereikunst der Renaissance. Mit fast 34 m² ist die „Gefangennahme des Paulus“ die größte Tapisserie der Folge. Vorgestellt werden die Ergebnisse der Reinigung und langwierigen Konservierung.


Führung:
Sonntag, 4. März um 11 Uhr
durch André Brutillot M.A.

Donnerstag, 22. März um 18 Uhr
durch André Brutillot M.A.

Ausgestellt in Saal 22