STUDIOAUSSTELLUNG

Orientalische Teppichkunst für die Höfe Europas
Die „Holbein -Teppiche“ im
Bayerischen Nationalmuseum

Bis 4. März 2012

Das Bayerische Nationalmuseum ist im Besitz eines äußerst seltenen orientalischen Teppichs mit Sternenmotiven, der wohl in Kairo oder in Damaskus im ausgehenden 15. Jahrhundert gefertigt wurde.

Vergleichbare Stücke befinden sich nur noch in den Museen von Istanbul, Berlin und Philadelphia. Ein direktes Gegenstück wurde in den 1980er Jahren in der Schweiz entdeckt und 1994 auf einer Londoner Auktion zu einem Rekordpreis versteigert.

Einst dienten solche Teppiche im Orient zur Ausstattung von Palästen oder Moscheen. An den europäischen Fürstenhöfen der Renaissance waren sie ebenso geschätzt und galten als kostbare Statussymbole.

Bei dem frühen Exemplar des Bayerischen Nationalmuseums, das 1910 aus der berühmten Teppichsammlung Bernheimer für das Museum erworben wurde, handelt es sich um einen sogenannten Holbein-Teppich.

Dieser verdankt der Tatsache seinen Namen, dass der Porträtmaler Hans Holbein d. J. (1497/98-1543) sie in einigen seiner Gemälde dargestellt hat. Neben diesem Stück stehen drei weitere geknüpfte beziehungsweise gewebte Teppichfragmente im Zentrum der kleinen Studio-Ausstellung zur Teppichkunst des 15. und 16. Jahrhunderts.

Anlass der Präsentation ist die nun abgeschlossene Restaurierung des Sternenteppichs, bei der zahlreiche unsachgemäße Reparaturen des Teppichs entfernt wurden, da diese sowohl die Originalsubstanz als auch die Lesbarkeit des Musters stark beeinträchtigten.


 


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