Baugeschichte
 


Seit dem Jahre 1812 - nach der Zuweisung der 1810 säkula- risierten Benediktinerabtei St. Emmeran - residierte der Fürst von Thurn und Taxis erstmals in Regensburg als Eigentümer eines stattlichen Gebäudekomplexes.

Dieser wurde fortan in wechselnden Stil- und Geschmacks- richtungen ausgebaut. Die hierfür erforderlichen Mittel flossen nicht zuletzt aus den aufgrund der Deutschen Bundesakte ge- zahlten Entschädigungen für die Übergabe der Thurn und Taxi’- schen Postverwaltungen an die Organisationen der Bundesstaaten.

Einen entscheidenden Schritt zur Erweiterung des fürstliches Schlosses vollzog der junge Fürst Maximilian Karl (1802-1871), der 1827 mit 25 Jahren die Regierung antrat. An der Stelle des früheren Abteigartens ließ er in den Jahren 1829 bis 1832 durch den Münchener Architekten Jean Baptiste Métivier den fürstlichen Marstall errichten. Dessen klassizistische Architektur in Form einer Dreiflügelanlage gibt dem Baukomplex nach Westen hin einen entschiedenen Abschluß.

Die engen Beziehungen zum dominierenden Kunstzentrum München manifestieren sich darüber hinaus in der Berufung des Bildhauers Ludwig Michael von Schwanthaler, der den Relief- schmuck an der Fassade und in der Reithalle schuf.

Auch in der jetzigen musealen Nutzung - als Ort des Fürstlichen Marstallmuseums und des Thurn und Taxis-Museums - erweist sich die hohe künstlerische Qualität der Architektur und ihrer Ausstattung.