Die Sammlung
 


Im Jahr 1993 erwarb das Bayerische Nationalmuseum zahlreiche Kunstgegenstände hohen Ranges aus dem Besitz des Fürstenhauses Thurn und Taxis. Seit November 1998 sind die herausragenden Objekte des Kunsthandwerks im Regensburger Zweigmuseum des Münchner Hauses - dem Thurn und Taxis-Museum - ausgestellt, das im nördlichen Trakt des klassi- zistischen Marstalls, innerhalb des Komplexes von Schloß St. Emmeran, eingerichtet ist. Dort hat die Sammlung einen adäquaten architektonischen Rahmen von bemerkenswerter Qualität gefunden.

Die Werke der Goldschmiede-, Uhrmacher- und Büchsenmacher- kunst, die Möbel, Porzellane, Gläser und Pretiosen der Zeit vom 17. bis zum 19. Jahrhundert repräsentieren ein über drei Jahrhunderte hinweg gewachsenes Ensemble der fürstlichen Kunstpflege und Prachtenfaltung. Ihrer einstigen Bestimmung nach dienten sie der standesgemäßen Hofhaltung des aus Norditalien stammenden Fürstengeschlechts der Thurn und Taxis, das in Brüssel, Frankfurt und Regensburg sowie auf Schloß Taxis residierte. 1803 kamen als weitere Sommersitze die ehemaligen Reichsstifte Neresheim, Obermachtal und Buchau mit ihrem Kunstbesitz hinzu.

Das Thurn und Taxis-Museum hebt den künstlerisch einzigartigen Rang der einzelnen Objekte hervor und fügt sie zugleich in ihren ursprünglichen Funktionszusammenhang ein. So finden sich dort etwa eine mit einem umfangreichen Porzellanservice gedeckte Tafel des 18. Jahrhunderts, ein Boudoir mit der Inszenierung eines Toilettetischs aus dem Rokoko oder ein kompletter Biedermeiersalon.

Auf solche Weise werden für den Besucher Gestaltung und Verwendung der Kunstgegenstände unmittelbar anschaulich.