4. März 2018, 14 Uhr

Führung in Schloss Lustheim

Die Meißener Affenkapelle und die Musik am Dresdener Hof

 

Eines der berühmtesten Werke der Meißener Porzellanmanufaktur ist die Affenkapelle. Sie besteht aus 20 Affen, die vornehme höfische Kleidung tragen und wie Menschen agieren: ein leidenschaftlicher Dirigent, vier hingebungsvolle Sängerinnen und 15 konzentrierte Instrumentalisten mit Flöte, Trompete, Horn, Fagott, Dudelsack, Drehleier, Violine, Cello, Mandoline, Trommel oder Klavicord. Die einzelnen Affen wurden 1753 von dem Meißener Modellmeister Johann Joachim Kaendler nach Vorlagen des französischen Malers und Kupferstechers Christophe Huet modelliert. Noch im selben Jahr an Weihnachten erwarb die Marquise de Pompadour, die Mätresse des Königs, bei dem Pariser Kunsthändler Lazare Duvaux 19 Figuren der Affenkapelle samt Notenpult. Ob die Kapelle gar in ihrem Auftrag entstand, ist leider nicht überliefert. Sie muss ein großer Erfolg gewesen sein, denn es sind viele Ausformungen erhalten und 1765/66 war eine Überarbeitung der Formen notwendig.

 

Die Darstellung von Affen als Spiegelbild von menschlichem Verhalten und Eitelkeit hat in Literatur und bildender Kunst eine lange Tradition. Möglicherweise sind die musizierenden Porzellan-Affen mit ihren gezierten, teils exaltiert „affigen“ Bewegungen auch als karikierende Anspielungen auf die Dresdener Hofmusiker um den Komponisten Johann Adolph Hasse (1699-1783) und seine Gattin, die gefeierte Sängerin Faustina Bordoni, zu verstehen.

 

Führung mit Gabriele Lemos M.A.

 

Schloss Lustheim, Meißener Porzellan-Sammlung Stiftung Ernst Schneider,

85764 Oberschleißheim


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