15. März 2018, 18 Uhr

Führung durch die Sammlungen

Kurfürst Max Emanuel – der Mensch und Machtpolitiker im Spiegel seiner Kunstsammlungen

 

„Was ich brauche, sind Landhäuser, Gärten, Wälder und Jagden, passendes Mobiliar und dergleichen, für das Übrige bin ich unempfindlich“

So sprach der bayerische Kurfürst Max  II. Emanuel (1662-1726) Anfang Januar 1705. Zu diesem Zeitpunkt war der zuvor ruhmreiche Feldherr, der in der 1680er Jahren entscheidend dazu beigetragen hatte, die Osmanen aus Europa zurückzudrängen, im Spanischen Erbfolgekrieg in der Schlacht von Höchstädt im August 1704 an der Seite Frankreichs besiegt worden. Damit einher ging die Flucht in die Niederlande und Besetzung Bayerns durch die kaiserlichen Truppen. 1706 wurde gar die Reichsacht über ihn und seinen Bruder Joseph Clemens, den Kurfürsten von Köln, verhängt. Erst nach langer Zeit im Exil am Hofe König Ludwigs XIV. kehrte der Monarch Anfang 1715 nach München zurück. Politisch isoliert nahm er trotz drückender Schuldenlast die Verpflichtung eines absolutistischen Herrschers zu einer prunkvollen Hofhaltung sofort wieder auf. Der Ausbau seiner Schlösser und ihre Ausstattung mit bedeutenden Kunstwerken sollten dem Ruhm der Wittelsbacher Dynastie in Bayern dienen – galt es doch, die Zeit der Niederlage und des Exils vergessen zu machen.

 

Das Bayerische Nationalmuseum, 1855 gegründet als dynastisches Museum der Wittelsbacher, verfügt aufgrund der Überweisungen aus dem Kunstbesitz des bayerischen Königshauses über einen reichen Bestand an Objekten, die in direktem Zusammenhang mit Kurfürst Max Emanuel stehen. In den neu eingerichteten Räumen der Sammlungen des Barock und Rokoko werden sie vorzüglich präsentiert.  

 

Führung mit Dr. Corinna Rönnau


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