21. Mai 2017, 14 Uhr

Führung in der Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz

Faszinierende Fremde – eine Spurensuche in der Kunst-und Wunderkammer

 

Das Motto des diesjährigen Internationalen Museumstages lautet „Spurensuche. Mut zur Verantwortung!“. Die Kunst- und Wunderkammer der Wittelsbacher auf der Burg Trausnitz spiegelt mit einer großen Objektvielfalt die Wertvorstellungen und den Kenntnishorizont des ausgehenden 16. Jahrhunderts wider. 

Spätestens durch die Reiseberichte von Marco Polo wurde die Phantasie der Menschen bezüglich der fernen fremden Welt in Asien beflügelt. Man machte sich ein Bild dieser fremden Welt. Die Neugierde wuchs, mit ihr aber auch eine gewisse Furcht. Die Begegnung mit dem Fremden war für den einen reizvoll, den anderen bedrohlich. Sichtbares Zeichen dieser jahrhundertelangen Auseinandersetzung ist immer wieder die Kunst, der die Entdeckung des Seeweges neue Möglichkeiten eröffnete. Man sammelte, schickte kostbare und wundersame Objekte nach Europa.

Die Kunst- und Wunderkammer ist hier Zeitzeuge. Wir finden Spuren der ersten Begegnung: Die Wertschätzung exotischer Materialien ist daran ablesbar, dass z.B. eine Kokosnuss, eine Nautilus oder eine Seychellennuss zu einem kostbaren Pokal montiert wurden. Daneben waren Objekte, die von hervorragenden kunsthandwerklichen Fertigkeiten zeugten, besonders begehrt, wie z.B. türkische Streitkolben und Säbel oder mystische indonesische Krise – Dolche mit gewellten Klingen. Eine kleine, in Japan gefertigte Truhe zeugt schließlich von europäischen Auftraggebern.

Mit diesem Blickwinkel werden wir in der Kunst- und Wunderkammer auf Spurensuche gehen. Wir werden Objekte betrachten, die um ihrer Fremdheit willen verehrt wurden und die  die Ausdruck der Wertschätzung der kunsthandwerklichen Fertigkeiten waren, aber auch Objekte, die bezeugen, wie sehr das Fremde fasziniert und wie es schließlich angeeignet wurde.

 

Führung mit Dorothea Band


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