

Johann Puchwiser (Werkstatt)
München, 1704-1715
244,0 x 133,0 x 97,0 cm
Inv.-Nr. R 3891.1-4
Das Prunkmöbel, zu dem ein Gegenstück existiert, ist eher ein architektonisches Monument - geschaffen für eine unbekannte Raumsituation - als ein Schreibmöbel. Dennoch verfügt es seitlich über zwei Schreibklappen und einen mittig drehbaren, innen verspiegelten Schubladenaufsatz. Beide Schränke trugen einst Uhren im oberen Uhrenkasten. Kurfürst Max Emanuel hatte die Möbel 1704 vor seiner Abreise nach Brüssel bei dem "Hof- und Galanteriekistler" Johann Puchwiser (um 1680 - 1744) in Auftrag gegeben. Erst 1715 konnte er sie nach seiner Rückkehr aus dem französischen Exil in München in Empfang nehmen. Die stark kontrastierende Farbigkeit der Oberflächen der Möbel geht auf die wechselnde Verwendung von Schildpatt und Messing durch den Kunstschreiner zurück, die so genannte Boulle-Technik. Der wohl in Wien ausgebildete Puchwiser übernahm Motive von französischen Ornamentstichen wie denjenigen von Jean Bérain, entwickelte aber auch eigenständige, künstlerische Details.

