
Florenz (?) (Platte), um 1600
Inv.-Nr. R 2718
Der Tisch besteht aus einer wohl römisch-antiken Alabasterplatte auf einem für den Münchner Hof gefertigten Gestell. Der Stein der Platte wurde wegen seiner eigenartigen blumigen Struktur Alabastro fiorito genannt und war eine geschätzte Kostbarkeit. Kurfürst Maximilian I. hatte wie seine Vorgänger eine große Vorliebe für rare Gesteinsarten, die in der Münchner Kunstkammer zum Teil gerahmt aufbewahrt wurden. Auch in der Ausgestaltung der während seiner Regentschaft zwischen 1606 und 1618 geschaffenen Kaiserzimmer der Residenz, die später Steinzimmer genannt wurden, dominieren in Scagliola-Technik hergestellte Steinstrukturen bei der Verkleidung von Wänden und Portalen. Für seine Kammergalerie in der Residenz ließ Maximilian I. mehrere wertvolle Tische in ähnlicher Konstruktionsweise mit durchgehenden Sockelplatten anfertigen. Dieser Tisch ist im Sinne eines Kunstkammermöbels mit seinen Schüben im Gestell sowohl ein Behältnis für Kostbarkeiten als auch ein repräsentativer Prunktisch mit antiker Platte. Dem Wert und der Eigenart der Platte entspricht die Gestaltung der Säulenstützen des Gestells, deren eigentümliche Wellenprofilierung nur mit großem Aufwand herzustellen war.

