
Paris, um 1320/1330
7,0 cm
Inv.-Nr. MA 2202
Die beidseitig in der Technik des Tiefschnittemails dekorierte Rundscheibe wohl profaner Bestimmung zeigt auf der Vorderseite die von einer zierlichen Maßwerkrahmung eingefasste Darstellung der Einhornjagd: Das mythische Fabeltier flüchtet sich in den Schoß der in einem Garten sitzenden Jungfrau, die das Horn des Tieres umfasst; in der Rechten hält sie einen Spiegel als Zeichen jungfräulicher Reinheit. Indessen erlegt ein junger Jäger von einem Baum herab das gezähmte Tier mit einer langen Lanze. Die Rückseite der Scheibe wird von acht spiraligen Blütenranken eingenommen, die sich aus einem zentralen Vierpass mit drachenartigem Fabelwesen entwickeln. Das durch die preziöse Eleganz der Gestalten ausgezeichnete Medaillon, ursprünglich wohl im Besitz der Trierer Benediktinerabtei St. Maximin, zählt zu den kostbarsten Zeugnissen der Pariser Emailkunst der Gotik.

