
Pieter Coecke van Aelst (nach)
Brüssel, um 1535
Inv.-Nr. T 3856
In einer bisher nicht identifizierten Brüsseler Manufaktur entstand gegen Mitte des 16. Jahrhunderts der Tapisserie-Zyklus, der in neun großformatigen Bildteppichen das Leben des Apostels Paulus darstellt. Die Serie, die Herzog Albrecht V. von Bayern für seine Residenzen erwarb, ist heute die einzig vollständig erhaltene; sie endet mit der Enthauptung des Heiligen. Ihr Entwerfer Coecke van Aelst zählt zu den sogenannten niederländischen Romanisten, die (meist durch Studienaufenthalte im Süden) entscheidende Anregungen von der italienischen Renaissance, vor allem durch Raffael und Giulio Romano, empfangen hatten. Die dramatischen Szenen, in denen er die Geschichte des Apostels erzählt, lassen das italienische Vorbild sichtbar werden.

