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Deckelpokal in Form eines Mohrenkopfes


Sachbegriff: Deckelpokal
Funktion: Tafelaufsatz
Trinkgefäß
Formtyp: Deckelpokal
Sammlungsbereich: Goldschmiedekunst
Darstellung: Kopf
Mohr
Künstler/in: Christoph Jamnitzer (Nürnberg 1563 - 1618 Nürnberg)
Entstehungsort: Nürnberg
Herkunftsort: Moritzburg bei Dresden (Lkr. Meißen), Schloss Moritzburg
Datierung: zwischen 1593 und 1602
Epoche: 16. und frühes 17. Jahrhundert
Material / Technik: Silber / getrieben / gegossen / ziseliert / graviert / geätzt / gefasst (teilweise polychrom) / vergoldet / Gold / Bergkristalle / unterlegt (farbig) / Email (?) / Glas (?) / Muschel
Maße: Gesamt:
Höhe 52,2 cm / Breite 17,0 cm / Tiefe 18,9 cm / Gewicht 2280 g
Fuß:
Durchmesser 17 cm
Provenienz: Ankauf 2000
Mit Unterstützung der Bayerischen Landesstiftung, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder und der Bundesrepublik Deutschland
Inventarnummer: 2000/81.1-2
Fotonummer: D13672
Beschreibung: Der "Mohrenkopf" Christoph Jamnitzers verbindet in einzigartiger Weise bildhauerische Kraft und goldschmiedehafte Zier. Über dem ornamental konzipierten Fuß erhebt sich nahezu schwebend das höchst eindringlich modellierte Haupt eines Jünglings mit negroiden Zügen. Das gekräuselte Haar ist mit einer im Nacken geknoteten Binde geziert, die in sechsfacher Wiederholung den Buchstaben T trägt. Die Komposition gipfelt in einem hohen Federbusch, der mit farbig hinterlegten Bergkristallen besetzt ist. Der exotische Kopfputz bildet die Handhabe für die gleich einem Deckel abzunehmende Schädelkalotte. Christoph Jamnitzer, ein Bildhauer-Goldschmied von überlegenem Rang, verleiht der fremdländischen Erscheinung betont schönheitliche Züge und erhöht das Bildwerk zu einem durch würdevoll-ernsten Ausdruck geprägten Charakterkopf. Wegen der heraldischen Motive wurde der Mohrenkopfpokal bislang auf die Florentiner Familien der Pucci und der Strozzi bezogen und als Geschenk innerhalb des Florentiner Patriziats gedeutet. Doch neuere Achivalienfunde legen die Annahme nahe, dass das Goldschmiedewerk aus Anlass der 1602 in Dresden festlich begangenen Vermählung des Kurfürsten Christian II. von Sachsen (1583-1611) mit der dänischen Prinzessin Hedwig (1581-1641) entstand.
Summary: Cup in the shape of a moor's (OR: negro's) head; Christoph Jamnitzer (1563 -1618), Nuremberg, 1602 (?); Silver, gilt, polychrome, rock crystal, Height 52.2 cm; From the collections of the House of Wettin in Moritzburg Castle near Dresden. Acquired with funding by the Bayerische Landesstiftung (joint owner), the Ernst von Siemens Kunst Stiftung (joint owner), the KulturStiftung der Länder and the Federal Government Commissioner for the Media. Inv. no. 2000/ 81
Christoph Jamnitzer's "Moor's head" unites powerful sculpture with the exquisite delica-cy of goldsmith's work to uniquely stunning effect. Above the decoratively conceived foot rises the head of a young man with Negroid features, modelled with great urgency and immediacy. His tightly curled hair is decorated with a band knotted at the back of the neck and bearing the letter T eight times. The composition culminates in a high feather crest set with foilbacked rock crystals in various colours. The exotic head-dress forms the knop of the lid, which is the top of the figure's skull. Because of the heraldic motifs, the moor's head cup has hitherto been related to the Florentine Pucci and Strozzi families, and interpreted as a gift among patricians of the city. However recent archive discoveries suggest that this item of the goldsmiths' craft was made to mark the marriage, solemnly celebrated in Dresden in 1602, between Elector Christian II of Saxony (1583-1611) and the Danish princess Hedwig (1581-1641). Christoph Jamnitzer, a leading sculptor and goldsmith, has deliberately lent the exotic figure beauty of feature, thus elevating the sculpture to a representation distinguished by great dignity and earnestness.
Standort: Bayerisches Nationalmuseum, Saal 26


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Bitte geben Sie dabei die Inventarnummer des Objekts an.


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