Collection

Gemälde im Rahmen: Porträt der Helene Furttenbach

Artist
Josef Furttenbach (Schwar)
Locality
Date
1651
Material
Gemälde: Leinwand, Ölmalerei
Dimensions
Gemälde: H. 53,2 cm, B. 36,2 cm, T. 1,2 cm; Rahmen: H. 61,5, B. 44,8 cm, T. 3,3 cm, T. mit Aufhängung 5,8 cm
Location
Bayerisches Nationalmuseum (not on display)
Inventory Number
19/164.1-2
Relation
Acquisition

Gemälde: Porträt der Helene Furttenbach (Inv.-Nr. 19/164.1) mit Rahmen (Inv.-Nr. 19/164.2); Helena Furttenbach (1626–22. April 1652) sitzt auf einem Sessel an einem Tisch in einem büroartig eingerichteten Geschäftsraum und schreibt. Die junge Frau trägt ein bodenlanges Kleid mit Spitzenkragen und eine perlenbestickte Haube. Ihr einziger Schmuck ist ein Ring an der rechten Hand. Das Gürtelgehänge umfasst eine längliche Dose mit Silberbeschlägen. Im Hintergrund steht ein hohes, wandgroßes Regal. Es dient als Registratur. Alle Schub- und Ablagefächer mit ihren Briefstapeln, Mappen und Bücher sind mit Schildern beschriftet. Die Aufschriften nennen Orte und Themen, was darauf schließen lässt, dass Geschäftsbriefe, Rechnungsbücher und amtliche Dokumente systematisch abgelegt werden. Mit der Spindelpresse links wurden die Schriftstücke zum Zweck der Platzersparnis paketweise gepresst. Am rechten Bildrand steht eine Tischorgel. Links unten findet sich die Inschrift „Helena Furttenbachin / ihres Alters 25 / 1651“. Unterhalb der Schreibenden ist der große Schriftzug „ARITHMETICA.“ zu lesen. Das Porträt der zeitlebens ledig gebliebenen Ulmerin als Personifizierung der Arithmetik greift eine gängige allegorische Figur auf. Als Teil der „Sieben Freien Künste“ wurde die Arithmetik meist als kluge Frau aufgefasst, die typischerweise Rechenhilfen wie eine Rechentafel, Ziffern, ein Rechenseil, einen Abakus oder Schreibgeräte mit sich führt. Ihr Bruder entschied sich nicht ohne Grund für dieses Thema seines Bildes. Die gebildete, musisch begabte Helena arbeitete im Unternehmen ihres vielpublizierenden, geschäftlich äußerst umtriebigen Vaters, des seinerzeit berühmten Architekten, Chronisten, Mathematikers, Ingenieurs und Ulmer Ratsherren Joseph Furttenbach d. Ä. (1591–1667). Ihre Aufgabe bestand einerseits darin, die Ablage von dessen Geschäftskorrespondenz zu erledigen und andererseits führte sie wohl auch die Kassenbücher. (Dr. Thomas Schindler, 05.08.2026)

BV046846801
Zum Objekt: Joseph Furttenbach d. Ä., Aprobirte und auch vil jar experimentirte Kupffer radier kunst: Ulm 1659 (Fontes E-Quellen und Dokumente zur Kunst 1350-1750 Bd. 85), Constanze Keilholz, Hole Rößler (Hrsg.), Heidelberg 2020, S. 38, Abb. 11

Taxonomy

Malerei - Gemälde

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