Collection

Deckelpokal

Artist
Gold- und Silberschmied: Christoph Jamnitzer (signiert)
Locality
Nürnberg
Date
Gesamt: um 1600
Material
Gesamt: Silber, getrieben, gegossen, ziseliert, graviert, geätzt, gefasst (teilweise polychrom), vergoldet, Gold, Bergkristalle, unterlegt (farbig), Email (?), Glas (?), Muschel
Dimensions
Gesamt: H. 52,2 cm, B. 17,0 cm, T. 18,9 cm, G. 2280 g; Fuß: Dm. 17 cm
Location
Bayerisches Nationalmuseum (Saal 26)
Inventory Number
MUSTER 2000/81
Relation
Acquisition
Ankauf (nach Zwangsablieferung von Silber: zusammen mit BNM Inv.-Nr. 39/64) 1939, 1939 Ankauf durch das Bayerische Nationalmuseum vom Städtischen Leihamt München. 1961 Abgabe vom Bayerischen Nationalmuseum an die Finanzmittelstelle München des Landes Bayern (als Vertretung des Landes Bayern in Rückerstattungssachen) zur Restitution an anspruchsberechtigte Personen. 1969 Rückgabe an das Bayerische Nationalmuseum durch die Bezirksfinanzdirektion München, da keine anspruchsberechtigte(n) Person(en) ermittelt bzw. keine Ansprüche geltend gemacht werden konnte(n). 1969 nicht neu inventarisiert: 39/65.

Der Pokal ist einzigartig: Kuppa und Deckel bilden das mit einem kostbaren Kopfputz geschmückte Haupt eines jungen Schwarzen Mannes. Der Halsansatz zeigt einen Adler mit drei Halbmonden. Der Auftraggeber dieser außergewöhnlichen Goldschmiedearbeit war der in Nürnberg tätige Florentiner Kaufmann Carlo Albertinelli. Er ließ hier seine beiden Familienwappen - den Kopf eines jungen Schwarzen Mannes mit Kopfbinde der Pucci und den Adler der Strozzi - in ein prachtvolles Trinkgefäß zur Begrüßung von Gästen umsetzen. Die sogenannten Willkomme wurden um 1600 häufig figürlich aus Wappensymbolen gestaltet. Die grandiose Ausführung lässt erahnen, warum die Werke des Goldschmieds Christoph Jamnitzer selbst am Kaiserhof in Prag begehrt waren. Der Pokal gelangte an den kursächsischen Hof in Dresden und ist erstmals im Nachlassinventar der Kurfürstin Hedwig von 1642 erwähnt.

BV013254169
Zum Objekt: Mus.-Kat. Bayerisches Nationalmuseum. Handbuch der kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen, Renate Eikelmann (Hrsg.), München 2000, S. 156, Abb. S. 156, 157 (mit Abb.) u. Umschlag

BV002706584
Zum Objekt: La Chronique des Arts. Principales Acquisitions des Musées en 2000, in: Gazette des Beaux-Arts Heft 1586, Paris New York 2001, S. 30, Abb. 123

BV014258511
Zum Objekt: Ausst.-Kat. Bayerisches Nationalmuseum, München, 17. April 2002 - 07. Juli 2002: Der Mohrenkopfpokal von Christoph Jamnitzer. Renate Eikelmann (Hrsg.), München 2002, S. 150, Abb. S. 151-165, Kat.-Nr. 1

BV037939749
Zum Objekt: Jørgen Hein, Der Mohrenkopfpokal von Christoph Jamnitzer. Provenienz, Deutung und Kontext, in: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst, 3.F. 53.2002, S. 163-174, S. 163-174

Finding

Auf der Oberseite der Sockelplatte: Meisterzeichen 'GJB (ligiert, kursiv) in Rund', für Gottlieb Johann Biller (Meister 1783, gest. 1797); Beschauzeichen 'Pyr über D in Hochoval', für Augsburg, um 1787-1789. Auf der Unterseite der Sockelplatte: Tremolierstich; handschriftlich mit roter Farbe "39/65" (Inv.-Nr. des Bayerischen Nationalmuseums)./A.G., 2018

Research

1939 von Alice Müller, geb. Kirchheimer (1885 Bühl - 1973 West Hollywood), als Zwangsablieferung von Edelmetall (Silber) gemäß der "Dritten Anordnung auf Grund der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden" vom 21.02.1939 - zusammen mit BNM Inv.-Nr. 39/64 - an das Städtische Leihamt München: A[nkaufs]V[erzeichnis] 460. 1939 Ankauf durch das Bayerische Nationalmuseum vom Städtischen Leihamt München (Silberverwertungsstelle: AV 460) für RM 50,00.- (Silber: 375,0 g). Vorprovenienz unbekannt./A.G., 2018
Restituiert an die Erben nach Alice Müller, geb. Kirchheimer, am 26.10.2025.

Collection

Sammlung Alfred Ziffer

Taxonomy

Gefäß - Pokal - Deckelpokal

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