Forschung

Aktuelle Projekte

Forschung Zenobueste Detail

Neben dem Sammeln, Bewahren und Vermitteln gehört das Forschen zu den Kernaufgaben des Museums. Das Bayerische Nationalmuseum betreibt Forschung vorrangig auf den Gebieten der Kunst- und der Kulturgeschichte. Schwerpunkte sind ferner die Provenienzforschung sowie Projekte zur Kunsttechnologie. Schließlich bilden auch die aktuellen Ausstellungen stets Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit ab.

Restitution

Erbensuche zu 1938/39 eingezogenen und beschlagnahmten Silberobjekten

Das Bayerische Nationalmuseum arbeitet an der Rückführung von 112 Objekten aus der den deutschen Juden 1939 auferlegten Silberabgabe an Nachfahren der Geschädigten. Das von 2020 bis 2022 laufende Projekt „Erbensuche zu 1938/39 eingezogenen und beschlagnahmten Silberobjekten im Bayerischen Nationalmuseum“ wird vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste und vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt.

NEU Projekt Erbensuche D103737

Weißes Gold

Bestandskatalog Meißener Porzellan der Sammlung Ernst Schneider

Die wissenschaftliche Bearbeitung umfasst die Bestände „Böttgersteinzeuge und Böttgerporzellane“ (72 Objekte) sowie „Meißener Porzellane mit Hausmaler-Dekoren, besonders der Augsburger Familien Aufenwerth und Seuter“ (63 Objekte) der Meißener Porzellan-Sammlung Stiftung Ernst Schneider in Schloss Lustheim. Der geplante Bestandskatalog wird neben der Erfassung dieses Teils der Sammlung auch Leben und Leistung des Sammlers Dr. Dr. h.c. Ernst Schneider darstellen.
Das Projekt wird gefördert von der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung.

Kontakt

Dr. Katharina Hantschmann
keramik@bayerisches-nationalmuseum.de

Katalog Meissen D176335

Bedeutende Elfenbein-
sammlung

Wissenschaftlicher Katalog der Elfenbeinsammlung

Das Projekt eines wissenschaftlichen Katalogs der Elfenbeinsammlung des 16. bis 18. Jahrhunderts umfasst die Erforschung von etwa 280 Objekten von rund 70 Künstlern der Elfenbeinsammlung des Bayerischen Nationalmuseums. Dazu gehören figurative Elfenbeine (Statuetten, Figurengruppen, Reliefs und reliefierte Humpenwandungen) sowie Drechselkunststücke, die in der Dauerausstellung des Museums sowie im Zweigmuseum Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz gezeigt werden. Ergänzt wird der geplante Katalog durch einen Beitrag zur Sammlungsgeschichte der Münchner Elfenbeinsammlung.
Das Projekt wird gefördert von der Eleonore Schamberger Stiftung und der Reiner Winkler Stiftung.

Bestandskatalog Elfenbein D34386

Kunst auf Papier

Konservierung und Erschließung der Graphischen Sammlung

Die graphische Sammlung des Bayerischen Nationalmuseums umfasst Druckgraphik und Handzeichnungen vom ausgehenden 14. bis ins frühe 20. Jahrhundert und zählt etwa 12 000 Blätter. Das Projekt der Konservierung und Erschließung der Graphischen Sammlung umfasst die Bearbeitung des historischen Kerns des Bestandes mit über 2200 Blättern aus dem Besitz des Architekten Adalbert Sickinger. Ein einzigartiges Konvolut des frühen 16. Jahrhunderts bilden 30 Gouachen auf Pergament von Hans Mielich. Ziel der Maßnahme sind Inventarisierung, konservatorische Behandlung sowie Digitalisierung und damit Popularisierung des Bestandes.
Förderer des Projektes sind die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Eleonora-Schamberger-Stiftung sowie die Bauer’sche Barockstiftung.

Kontakt

Restaurierungsabteilung des Bayerischen Nationalmuseums
restaurierung@bayerisches-nationalmuseum.de

Grafik Projekt Fotografievorrichtung
D103742 Silber fuer das Reich

Provenienzforschung am Bayerischen Nationalmuseum

Über 70.000 Objekte des Bayerischen Nationalmuseums wurden nach 1945 erworben, über 5000 zwischen 1933 und 1945. In den 1960er Jahren wurden dem Museum rund 700 Werke aus NS-Besitz überwiesen. Als eines der ersten deutschen Museen hat sich das Haus der Aufgabe gestellt, problematische Aspekte seiner Geschichte zu erforschen und öffentlich zu machen.
Alle Zugänge aus NS-Besitz sind online recherchierbar. Regelmäßig wird proaktiv der Kontakt zu Geschädigten gesucht, um Werke den rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben.

Kontakt

Restitution von fünf Silberobjekten

Restitution von Silberobjekten Mai 2022

Der Generaldirektor des Bayerischen Nationalmuseums Dr. Frank Matthias Kammel übergab am 13. Mai fünf Silberobjekte aus dem ursprünglichen Eigentum von Therese Lippmann, Olga Maier und Dr. Karl Sonnenthal an deren Erben. In einer emotionalen Veranstaltung nahmen in Vertretung der Familien Dr. Jorge Feuchtwanger als Nachfahre von Therese Lippmann sowie Frau Miriam Hoffmann als Nachfahrin von Olga Maier teil. Die von Israel über Südafrika und Großbritannien bis in die USA verstreuten Nachfahren von Olga Maier haben sich entschieden, zwei Leuchter zur Erinnerung an die verfolgte Verwandte dem Jüdischen Museum München zu übergeben.

Mitschnitt der Veranstaltung auf youtube
Maske zitat

Forschen im Museum beinhaltet die wissenschaftliche Bearbeitung von Objekten, Objektgruppen und Objektzusammenhängen.

Deutscher Museumsbund
Hafnerarchiv 1

Archiv

Deutsches Hafnerarchiv

Das Deutsche Hafnerarchiv am Bayerischen Nationalmuseum existiert seit 1975. Es dokumentiert Quellen- und Literaturbelege zur handwerklichen Keramikherstellung in Europa in einem Regional- und einem Sachkatalog. Außerdem umfasst es eine Kartei zu Meistern und Objekten sowie eine Anzahl spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Handwerksordnungen.
Als Sonderbestand beherbergt es einen Teil des Arbeitsarchivs von Paul Stieber, dem Pionier der neueren Keramikforschung in Deutschland.

Kontakt zum Deutschen Haferarchiv

Silberarchiv 1 D55707

Archiv

Archiv zur Augsburger Goldschmiedekunst

Der Münchner Kunsthistoriker und Kunsthändler Dr. Helmut Seling (1921–2016) übergab dem Bayerischen Nationalmuseum 1991 und 2010 sein in jahrzehntelanger Forschungsarbeit zusammengetragenes Archiv zur Augsburger Goldschmiedekunst, Grundlage für die 1980, 1994 und 2007 erschienenen Monographien bzw. Werk- und Markenverzeichnisse zur „Kunst der Augsburger Goldschmiede 1529–1868“.
Das im Museum weiter ausgebaute Archiv umfasst neben einer umfangreichen Fotothek und Fachbibliothek Archivalienauszüge sowie eine umfassende Dokumentation zu den in Augsburg tätigen Meistern und den verwendeten Beschau- und Meistermarken.

Kontakt zum Augsburger Silberarchiv