Forschung

Aktuelle Projekte

Forschung Zenobueste Detail

Neben dem Sammeln, Bewahren und Vermitteln gehört das Forschen zu den Kernaufgaben des Museums. Das Bayerische Nationalmuseum betreibt Forschung vorrangig auf den Gebieten der Kunst- und der Kulturgeschichte. Schwerpunkte sind ferner die Provenienzforschung sowie Projekte zur Kunsttechnologie. Schließlich bilden auch die aktuellen Ausstellungen stets Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit ab.

Tora & Tablet

Im Bayerischen Schulmuseum Ichenhausen: Eine neue Abteilung zur Geschichte der jüdischen Schule in Bayern

Im Bayerischen Schulmuseum Ichenhausen, einem Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums, wurde die Abteilung zur jüdischen Schulgeschichte neu gestaltet und am 19. Mai 2026 eröffnet. Gemeinsam mit der ehemaligen Synagoge und dem jüdischen Friedhof erweitert dieser außerschulische Lernort die jüdische Erinnerungskultur in Bayern um einen bedeutenden Baustein.

Die neue Abteilung lädt zu einer Zeitreise vom Mittelalter bis in die Gegenwart ein, mit besonderem Fokus auf das 19. und 20. Jahrhundert. Ausgangspunkt ist die Einführung der Schulpflicht für jüdische Kinder im Jahr 1804 unter Kurfürst Max IV. Joseph. Den Schlusspunkt bildet die Gründung des „Helene-Habermann-Gymnasiums“ in München im Jahr 2016.

3D-Modelle, historische Fotografien, interaktive Mitmachstationen und Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen machen die Entwicklung jüdischer Bildung anschaulich und interaktiv erlebbar. Ergänzend bietet ein digitaler Guide vertiefende Informationen zu den einzelnen Themenbereichen.

Das Bayerische Schulmuseum Ichenhausen ist ein Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums.

Haben Sie weitere Informationen zu Biographien oder Themenbereichen in der Ausstellung? Dann wenden Sie sich an:

Kontakt

Dr. Angelika Schuster-Fox
medien@bayerisches-nationalmuseum.de

Ichenhausen Website2

Restitution

Erbensuche zu 1938/39 eingezogenen und beschlagnahmten Silberobjekten

Das Bayerische Nationalmuseum arbeitet an der Rückführung von 111 Objekten aus der den deutschen Juden 1939 auferlegten Silberabgabe an Nachfahren der Geschädigten. Das Projekt „Erbensuche zu 1938/39 eingezogenen und beschlagnahmten Silberobjekten im Bayerischen Nationalmuseum“ wird vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste und vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt.

Kontakt

Seit Juli 2025 ist das Team Provenienzforschung Teil der Staatlichen Museumsagentur Bayern. Es ist erreichbar unter provenienz@museumsagentur-bayern.de.

BR Podcast: Rückgabe von NS-Raubkunst an Familien in Nordamerika (externer Link) Forschungsverbund Provenienzforschung (externer Link)
NEU Projekt Erbensuche D103737

Weißes Gold

Bestandskatalog Meißener Porzellan der Sammlung Ernst Schneider

Die wissenschaftliche Bearbeitung umfasst die Bestände „Böttgersteinzeuge und Böttgerporzellane“ (72 Objekte) sowie „Meißener Porzellane mit Hausmaler-Dekoren, besonders der Augsburger Familien Aufenwerth und Seuter“ (63 Objekte) der Meißener Porzellan-Sammlung Stiftung Ernst Schneider in Schloss Lustheim. Der geplante Bestandskatalog wird neben der Erfassung dieses Teils der Sammlung auch Leben und Leistung des Sammlers Dr. Dr. h.c. Ernst Schneider darstellen.
Das Projekt wird gefördert von der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung.

Kontakt

Dr. Katharina Hantschmann
keramik@bayerisches-nationalmuseum.de

Katalog Meissen D176335

Bedeutende Elfenbein-
sammlung

Wissenschaftlicher Katalog der Elfenbeinsammlung

Das Projekt eines wissenschaftlichen Katalogs der Elfenbeinsammlung des 16. bis 18. Jahrhunderts umfasst die Erforschung von etwa 280 Objekten von rund 70 Künstlern der Elfenbeinsammlung des Bayerischen Nationalmuseums. Dazu gehören figurative Elfenbeine (Statuetten, Figurengruppen, Reliefs und reliefierte Humpenwandungen) sowie Drechselkunststücke, die in der Dauerausstellung des Museums sowie im Zweigmuseum Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz gezeigt werden. Ergänzt wird der geplante Katalog durch einen Beitrag zur Sammlungsgeschichte der Münchner Elfenbeinsammlung.
Das Projekt wird gefördert von der Eleonore Schamberger Stiftung und der Reiner Winkler Stiftung.

Bestandskatalog Elfenbein D34386

Provenienzforschung

D103742 Silber fuer das Reich

Über 70.000 Objekte des Bayerischen Nationalmuseums wurden nach 1945 erworben, über 5000 zwischen 1933 und 1945. In den 1960er Jahren wurden dem Museum rund 700 Werke aus NS-Besitz überwiesen. Als eines der ersten deutschen Museen hat sich das Haus der Aufgabe gestellt, problematische Aspekte seiner Geschichte zu erforschen und öffentlich zu machen.
Alle Zugänge aus NS-Besitz sind online recherchierbar. Regelmäßig wird proaktiv der Kontakt zu Geschädigten gesucht, um Werke den rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben.

Kontakt

Zugangsbücher 1933–1945 online

BNM ZJ 1934 1950 Detail

Mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst hat das Bayerische Nationalmuseum seine Inventare von 1933 bis 1950 online gestellt.
Die Zugangsbücher sind auch über die Internetseite des Forschungsverbundes Provenienzforschung Bayern (FPB) verfügbar, um insbesondere das Auffinden von NS-Raubkunst in den musealen Beständen zu erleichtern. Sie verzeichnen die Zugangsumstände jener Kunstwerke, die im Zeitraum 1933 bis 1950 an das Bayerische Nationalmuseum gekommen sind. Nicht jeder in diesem Zeitraum erfolgte Zugang (Ankauf, Schenkung/Stiftung, Vermächtnis, Tausch, etc.) steht dabei in einem unrechtmäßigen, gewaltvollen oder verfolgungsbedingten Kontext.
Aus Datenschutzgründen mussten an einigen Stellen Schwärzungen vorgenommen werden.

Zugangsbücher (externer Link)
Maske zitat

Forschen im Museum beinhaltet die wissenschaftliche Bearbeitung von Objekten, Objektgruppen und Objektzusammenhängen.

Deutscher Museumsbund
Hafnerarchiv 1

Archiv

Deutsches Hafnerarchiv

Das Deutsche Hafnerarchiv am Bayerischen Nationalmuseum existiert seit 1975. Es dokumentiert Quellen- und Literaturbelege zur handwerklichen Keramikherstellung in Europa in einem Regional- und einem Sachkatalog. Außerdem umfasst es eine Kartei zu Meistern und Objekten sowie eine Anzahl spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Handwerksordnungen.
Als Sonderbestand beherbergt es einen Teil des Arbeitsarchivs von Paul Stieber, dem Pionier der neueren Keramikforschung in Deutschland.

Kontakt zum Deutschen Haferarchiv

Silberarchiv 1 D55707

Archiv

Archiv zur Augsburger Goldschmiedekunst

Der Münchner Kunsthistoriker und Kunsthändler Dr. Helmut Seling (1921–2016) übergab dem Bayerischen Nationalmuseum 1991 und 2010 sein in jahrzehntelanger Forschungsarbeit zusammengetragenes Archiv zur Augsburger Goldschmiedekunst, Grundlage für die 1980, 1994 und 2007 erschienenen Monographien bzw. Werk- und Markenverzeichnisse zur „Kunst der Augsburger Goldschmiede 1529–1868“.
Das im Museum weiter ausgebaute Archiv umfasst neben einer umfangreichen Fotothek und Fachbibliothek Archivalienauszüge sowie eine umfassende Dokumentation zu den in Augsburg tätigen Meistern und den verwendeten Beschau- und Meistermarken.

Kontakt zum Augsburger Silberarchiv