Sammlung

Kabinettschrank auf niedrigem Sockel mit Reliefintarsien

Künstler/in
Sturm: "In der Art des Johann Georg Fischer". Voigt: Johann Karl Haberstumpf (zugeschrieben)
Entstehung
Eger
Datierung
um 1685
Material
Gesamt: Holz, furniert, ebonisiert, reliefiert, punziert, beklebt, bemalt; Furnier: Birnbaumholz (?), gebeizt; Füße: Holz, geschnitzt, vergoldet; Schubkästen: Holz, furniert, ebonisiert, punziert, beklebt; Eingerichte: Holz, geschnitzt, gefärbt, bemalt; Eingerichte: Glas, verspiegelt; Eingerichte: Papier, bemalt; Beschläge: Metall, vergoldet, gebläut, graviert
Maße
Gesamt, geöffnet: H. 131,0 cm, B. 192,5 cm, T. 58,0 cm; Gesamt (geschlossen): H. 131,0 cm, B. 103,3 cm, B. geöffnet 194 cm, T. 58,2 cm; Türflügel (Abstand,geöffnet): H. 24,5 cm; Einstecktür: H. 49,8 (ohne Falle), B. 37,5, T. 2,5; Untergestell: H. 8,5 cm, B. 103,5 cm, T. 58,0 cm; Aufsatzteil 1: H. 15,0 cm, B. 91,0 cm, T. 46,0 cm; Aufsatzteil 2: H. 20,0 cm, B. 62,0 cm, T. 17,0 cm; Blende: H. 18,5 cm, B. 37,0 cm, T. 2,5 cm
Standort
Bayerisches Nationalmuseum (Saal 90.a.)
Inventarnummer
R 2558
Bezug
Zugang
Ankauf 1883, Provinzialbibliothek Amberg

Kabinettschrank (Kasten), auf niedrigem Sockel steht der Korpus auf vergoldeten Granatäpfelfüßen. Ein eingezogenes Profil und ein Aufgesetztes Kästchen bilden den oberen Abschluss. Hinter den beiden Flügeltüren ist die Front in drei Achsen gegliedert: die äußeren umfassen jeweils sechs Schubladen, die mittlere oben eine Tafel der Höhe von vier Schubladen, darunter zwei Schubladen. Hinter der herausnehmbaren Tafel ist ein offenes Fach, das oben von einem abermals herausnehmbaren zierbogen überfangen ist, hinter dem eine Schublade über einem weiteren Bogen verborgen ist. Die Seitenwände, Außen- wie Innenseiten der Türflügel und die mittlere, herausnehmbare Tafel sind mit Darstellungen der Sieben Weltwunder (Initiatoren/in im Vordergrund, Bauwerk im Hintregrund) nach Stichen von Gilles Rousselet nach Claude Vignon, Mitte 17. Jh., die Rückseite und die Innenseite der Mitteltafel Blumenvasen. Die Schubladen zeigen die vier Elemente, die seiben Freien Künste und ihre Patronin Minerva sowie die vier Erdteile, alles nach Bleiplaketten von Caspar enderlein nach Francois Briot, um 1610. Das Mittelfach links als Parklandschaft, rechts als Stadt-Innenraum gestaltet, Rückseite Fontäne in Triumphbogenarchitektur vor gemaltem Hintergrund - Wald und Himmel mit fliegenden Vögeln. Datierung und daraus folgend Zuschreibung an Johann Karl Haberstumpf basieren auf einem 1686 datierten Spielbrettkasten im Hessischen Landesmuseum Darmstadt mit entsprechenden, durch Punzierung hervorgehobene Ranken.

BV003040871
Zum Objekt: Heribert Sturm, Egerer Reliefintarsien (Veröffentlichungen des Collegium Carolinum ; 13), München 1961., S. 129-130, 174-175, Abb. 23-25.

BV012421143
Zum Objekt: Jochen Voigt, Reliefintarsien aus Eger. Für die Kunstkammern Europas ; [... erscheint als Begleitbuch zur Ausstellung "Für die Kunstkammern Europas. Reliefintarsien aus Eger" im Grassimuseum Leipzig, Museum für Kunsthandwerk, vom 19. März bis 18. Juli 1999], S. 166-167, 285-286, Abb. 149, 150, Kat.-Nr. I.36

BV045635732
Zum Objekt: Ursula Vedder, Brill's New Pauly. Classical Tradition Bd. V, Leiden 2010, S. 1119-1126, Kat.-Nr. Fig. 2

Systematik

Möbel - Schrank - Kabinettschrank

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