Sammlung

Rahmtopf mit Deckel und indianischen Blumen und Vögeln auf unterglasurblauem Fond

Künstler/in
Herstellung: Porzellanmanufaktur Meißen
Entstehung
Meißen
Datierung
um 1735
Material
Feldspatporzellan, Unterglasurblau, Aufglasurfarben, Gold (teilweise)
Maße
Topf: H. (gesamt) 11,6 cm, H. (Gefäßrand) 9,0 cm, L. 13,3 cm, Dm. 10,4 cm, Dm. (oben) 9,5 cm, Wandungsstärke 2-3 mm, G. 251,0 g; Deckel: H. 3,8 cm, Dm. 8,5 cm, G. 67,0 g
Standort
Schloss Lustheim
Inventarnummer
L ES 1793 a-b
Bezug
Zugang
Unbefristete Leihannahme 2012, Freundeskreis des Bayerischen Nationalmuseums e.V., München, Aus der Sammlung Victor, Herbert und Ralph von Klemperer, Dresden (bis 1938), Aus der Sammlung Gustav von Klemperer, Dresden (bis 1926)

Suppentöpfchen auf drei Füßen, in den Akten auch als ≫Reintel≪ bezeichnet, wurden bereits in der Direktionszeit Johann Friedrich Böttgers in Meisen gefertigt und sind in den nach dessen Tod 1719 erstellten Inventaren des Dresdner und Leipziger Warenlagers erfasst. Als 1721 das Bestandsverzeichnis der königlichen Porzellansammlung begonnen wurde, waren bereits sechs ≫auff 3 Löwen Füsgen stehende Suppen-Töpffgen mit Henckeln und Deckeln worauff runde spizige Knöpffen≪ vorrätig, ein weiteres wurde 1727 geliefert. In den für die Jahre 1722 bis 1728 überlieferten Arbeitsberichten der Dreher und Former sind mehrere tausend ≫Bärenklauen≪ bzw. Füßchen zu Reinteln und Suppentöpfchen dokumentiert, die in großer Zahl ausgeformt worden sein müssen. Dennoch konnte es sich dabei je nach Dekor um wertvolle Einzelstücke handeln, wie die Nachricht im Wienerischen Diarium vom 6. August 1729 bezeugt, wonach ein in Gold und bunten Farben bemaltes und inwendig ganz vergoldetes Meißener Reintel auf drei Füßen, das zusammen mit einem silbervergoldeten Löffel in einem mit Samt gepolsterten Lederfutteral verwahrt wurde, als Preis bei einem Kränzelschießen ausgesetzt wurde. Das bewahrte Gefäßmodell blieb bis in die 1730er-Jahre beliebt. Das Besondere des Exemplars der Sammlung Schneiders wird der seltene unterglasurblaue Fond sowie der reizvolle bunte Dekor in den Reserven, zu dem bislang keine Vergleichsbeispiele bekannt geworden sind.

BV021658926
Zum Objekt: Ludwig Schnorr v. Carolsfeld, Porzellansammlung Gustav v. Klemperer, Dresden 1928, Abb. Taf. 20, Kat.-Nr. 118

BV040748200
Zum Objekt: Mus.-Kat. Julia Weber, Meissener Porzellane mit Dekoren nach ostasiatischen Vorbildern Bd. 1-2, Renate Eikelmann (Hrsg.), München 2013, Kat.-Nr. 442

BV002596995
Zum Objekt: Jahresbericht Bayerisches Nationalmuseum München 2012-2013, Renate Eikelmann (Hrsg.), München 2014, S. 35-36, Abb. S. 35

Forschung

Restituiert an die Erben nach Gustav von Klemperer im Jahr 2012.

Systematik

Gefäß - Topf - Henkeltopf

Weitere Werke