Sammlung

Jupiter mit dem Adler

Künstler/in
Entstehung
Süddeutschland, Augsburg (?)
Datierung
um 1700
Material
Elfenbein, geschnitzt
Maße
Figur mit Sockel: H. 19,8 cm; Figur ohne Sockel: H. 11,0 cm, B. 17,0 cm
Standort
Bayerisches Nationalmuseum (Saal 85)
Inventarnummer
2012/335.1
Bezug
Zugang
Ankauf 2012, Bauer'sche Barockstiftung, München

Jupiter sitzt auf seinem Adler, ehemals die heute verlorenen Attribute eines dreizackigen Zepters in der Linken sowie einen Donnerkeil in seiner erhobenen Rechten. Die Figur ist auf einen Sockel montiert, der mit Schildpatt und grün gefärbtem Elfenbein belegt und mit Silberapplikationen und Schmucksteinen verziert ist. Das Objekt stammt aus der Sammlung des Regensburger Geistlichen Rates Andreas Udalrich Mayr, die 1811 vom bayerischen Staat erworben wurde. Die Sammlung Mayr stellt nach den Münchner und Düsseldorf-Mannheimer Elfenbeinsammlungen der bayerischen und pfälzischen Wittelsbacher einen weiteren bedeutenden Teil der umfangreichen Elfenbeinabteilung des Bayerischen Nationalmuseums dar. Von 1812 an wurde die Skulptur in den Vorgängersammlungen des Bayerischen Nationalmuseums, dann ab 1857 im Bayerischen Nationalmuseum selbst verwahrt. Bei der Auflistung dieser Skulptur im 1803 für den Verkauf gedruckten Katalog der Sammlung Mayr sind die damals noch vorhandenen Attribute beschrieben. 1923 war der Jupiter mit dem Adler (alte Inv.-Nr. R 4239) unter den Objekten, die im Rahmen des Vermögensausgleichs zwischen dem vormaligen Königshaus und dem Freistaat Bayern vom Bayerischen Nationalmuseum an den Wittelsbacher-Ausgleichsfonds abgegeben wurden; danach gelangte die Statuette über den Handel in Privatbesitz. Eine Reihe ähnlicher Jupiterfiguren aus Elfenbein auf identisch gefertigten Sockeln sowie Augsburger Prunkuhren, die aus den gleichen Materialien gemacht und ebenfalls mit Elfenbeinfiguren bestückt sind, weisen für die Herkunft der Jupiterstatuette nach Süddeutschland, wahrscheinlich nach Augsburg. Dort entstanden in arbeitsteiliger Produktion solche Luxusobjekte. Die kürzlich im Auktionskatalog geäußerte Vermutung eines Zusammenhangs mit den Werken des Johann Caspar Schenck (um 1620–1674) scheidet aus stilistischen Gründen aus. Mit dem Erwerb des Jupiters auf dem Adler konnte ein typisches Kunstkammerstück aus der Zeit um 1700 für die Sammlungen zurückgewonnen werden.

BV040267008
Zum Objekt: Aukt.-Kat. Auktionshaus Christie's (Hrsg.): 2012.07.06, The European Connoisseur - 500 Years Decorative Arts Europe, London 2012, S. 68, Kat.-Nr. 75

BV002596995
Zum Objekt: Jahresbericht Bayerisches Nationalmuseum München 2012-2013, Renate Eikelmann (Hrsg.), München 2014, S. 29-30, Abb. S. 29

Sammlung

Sammlung Mayr

Systematik

Bildwerk [Plastik, Skulptur] - Figur (Mensch) - Figur

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