Sammlung
Aufsatzschrank
- Künstler/in
- Leonhard Gewald
- Entstehung
- München
- Datierung
- 1895
- Material
- –
- Maße
- –
- Standort
- Bayerisches Nationalmuseum (nicht ausgestellt)
- Inventarnummer
- 2014/49.1-5
- Bezug
- –
- Zugang
- Geschenk 2014, Privatbesitz
In München hatte mit dem 1867 begonnenen Rathausneubau die neugotische Möbelkunst einen enormen Aufschwung genommen. Grund hierfür war die von dem Architekten Georg Hauberrisser (1841–1922) entworfene Inneneinrichtung sämtlicher Büros im historistischen Stil der Neugotik. Zahlreiche Künstler folgten seinem Beispiel. 1895 suchte Richard Riemerschmid (1868–1957) nach seiner Hochzeit mit der Schauspielerin Ida Hofmann (1873–1963) nach geeigneten Möbeln zur Einrichtung der gemeinsamen Wohnung. Im selben Jahr stand der nachmalige Leiter der Münchner Gewerbeschule am Elisabethplatz und Obermeister der Kupferschmiede-Innung Leonhard Gewald (1860–1912) vor demselben Problem. Da beide Künstler in den Münchner Einrichtungshäusern offenbar nichts Passendes fanden, entwarfen sie für ihre Ehefrauen eigene Zimmereinrichtungen, die auf Formen und Mustern gotischer Möbel im Bayerischen Nationalmuseum basierten. Bereits im alten Bayerischen Nationalmuseum an der Maximilianstraße existierte im Erdgeschoss ein eigener Kopiersaal für Kistler und Handwerker, der stark frequentiert war. Diese Besuchergruppe, so befand 1873 Jakob Heinrich von Hefner-Alteneck, der zweite Direktor des Bayerischen Nationalmuseums von 1868 bis 1885, »ist die wichtigste, indem sie nicht nur den Nutzen aus dem Museum schöpft, sondern ihn auch weiterhin verbreitet«. Das von Gewald entworfene Ensemble besteht aus einem dreiteiligen Aufsatzbuffet mit Unterschrank, Aufsatz und Kranz (Inv.-Nr. 2014/49.1–7), einem Tisch mit Stühlen, einer Bodenstanduhr (Inv.-Nr. 2014/50) sowie einer Truhe und einem Handtuchhalter (Inv.-Nr. 2014/51). Vorbildhaft für den Dekor aus floralen Motiven in Flachschnitzerei, die Farbigkeit und die Zierbeschläge des Aufsatzbuffets waren zwei Tiroler Truhen (Inv.-Nr. MA 2693 und 10/57) sowie zwei um 1500 zu datierende Sakristeischränke (MA 2904 und MA 2905) aus den Sammlungen des Bayerischen Nationalmuseums.
BV002596995
Zum Objekt: Jahresbericht Bayerisches Nationalmuseum München 2014-2015, Renate Eikelmann (Hrsg.), München 2016, S. 28-29, Abb. S. 29
Systematik
Möbel - Schrank