Sammlung
Sophie Freifrau von Kleinschrod, geb. Freiin von Wamboldt zu Umstadt (1797-1877) (Gemälde)
- Künstler/in
- G. Walther
- Entstehung
- –
- Datierung
- 1854
- Material
- Malerei auf Leinwand vergoldeter Zierrahmen
- Maße
- Gemälde ohne Rahmen Höhe: 113,5 cm Breite: 95 cm Tiefe: 4 cm, Gemälde mit Rahmen Höhe: 139 cm Breite: 120 cm Tiefe: 10 cm
- Standort
- Bayerisches Nationalmuseum (nicht ausgestellt)
- Inventarnummer
- 2015/214
- Bezug
- –
- Zugang
- Geschenk 2015, Privatbesitz
Die beiden Dreiviertelporträts zeigen den promovierten Juristen Karl Joseph Freiherr von Kleinschrod (1797–1866) und seine zweite Gemahlin Sophie Freiin von Wamboldt-Umstadt im Jahre ihrer Eheschließung 1854. Sophie Freiin von Wamboldt-Umstadt gehörte bis 1853 als Oberhofmeisterin zum Hofstaat der Erzherzogin von Österreich und Prinzessin von Toskana, Augusta Ferdinanda (1825–1864), der Ehefrau von Prinz Luitpold von Bayern (1821–1912). Kleinschrod war ein bedeutender Jurist im Königreich Bayern. 1848 wurde er nach einer Laufbahn an verschiedenen Gerichten in seiner fränkischen Heimat zum Justiz-Ministerialrat für Gesetzgebungsverfahren ernannt; im selben Jahr zog Kleinschrod als Abgeordneter in die Frankfurter Nationalversammlung ein. 1849 berief König Maximilian II. ihn zum Staatsminister der Justiz. Hier bewirkte Kleinschrod eine Modernisierung der Rechtspflege und Gesetzgebung in zahlreichen Feldern, bis er 1854 um seine Entlassung ersuchte, vorwiegend weil seine Bemühungen um die Trennung von Justiz und Verwaltung auf erhebliche Widerstände gestoßen waren. Als Krönung seiner Karriere wurde er kurz vor seinem Tod 1866 zum Präsidenten des Bayerischen Obersten Gerichtshofs berufen. Kleinschrods Reformtätigkeit, besonders das Gesetz über die Abschaffung der öffentlichen Ausstellung und der Brandmarkung, ist vor allem für die Sammlung der Rechtsaltertümer im Bayerischen Nationalmuseum von Bedeutung, die verschiedene Relikte dieser sogenannten Ehrenstrafen birgt. Weitere der Initiativen Kleinschrods sind in ihrer Relevanz heute noch erkennbar, wie die Einführung des Schutzes der Telegrafenanstalten und der Presse oder Gesetze zu Forst- und Gewässerschutz. Der in Dresden, Paris und Antwerpen ausgebildete Maler Gustav Walther (1828–1904) war längere Zeit in München tätig, wo er verschiedene Porträts der Familienmitglieder von Prinz Luitpold anfertigte, darunter im selben Jahr 1854 eines von dessen Gemahlin Prinzessin Augusta mit Tochter Therese.
BV002596995
Zum Objekt: Jahresbericht Bayerisches Nationalmuseum München 2014-2015, Renate Eikelmann (Hrsg.), München 2016, S. 44-45, Abb. S. 45
Systematik
Malerei - Gemälde