Sammlung
Gerahmter Holzschnitt: Getreideernte
- Künstler/in
- Eduard Bischoff
- Entstehung
- Gelsenkirchen, Künstlerkolonie Halfmannshof
- Datierung
- 1960 (dat.)
- Material
- Blatt: Papier, Holzschnitt (farbig); Rahmen: Holz, gebeizt (schwarz), patiniert
- Maße
- Blatt: H. 48,4 cm, B. 68,2 cm; Rahmen: H. 62,5 cm, B. 82,5 cm
- Standort
- Altes Schloss Schleißheim
- Inventarnummer
- 2016/10.1-2
- Bezug
- –
- Zugang
- Geschenk 2016, Privatbesitz
Im Alter von 18 Jahren nimmt der Kaufmannssohn Eduard Bischoff (1890–1974) ein freies künstlerisches Studium bei Karl Friedrich Boehle (1873–1916) in Frankfurt am Main auf. Die Erfahrungen, die Bischoff hier macht, sind für sein Schaffen prägend, denn er eignet sich nicht nur technische und gestalterische Fähigkeiten an, sondern erhält auch viel Zuspruch für seine Vorliebe für Motive der ländlichen Volkskultur in Ostpreußen. Zwei Jahre später gelingt ihm die Aufnahme an der Kunstakademie seiner Heimatsstadt Königsberg, wo er das Studium 1914 als Meisterschüler Ludwig Dettmanns (1865–1944) abschließt. Nach seinem Fronteinsatz im Ersten Weltkrieg ist er als freischaffender Künstler tätig, der sich mit Genremotiven einen Namen macht. Die zunehmende Wertschätzung seines künstlerischen Werks und persönliche Beziehungen zu Ludwig Dettmann werden 1936 ausschlaggebend für seine Berufung zum Professor an der Königsberger Akademie gewesen sein, wo er die Klasse für figürliches Zeichnen übernimmt. Ab 1939 ist Bischoff im Kriegseinsatz; 1948 siedelt sich Bischoff in der Nähe von Gelsenkirchen an. Seit den frühen 1950er-Jahren wendet er sich verstärkt dem Holzschnitt zu, womit er neuerlich große Anerkennung gewinnt. Zu Bischoffs heute bekanntesten Arbeiten zählen die Blätter aus den bis 1965 entstandenen drei Bildfolgen ›Ostpreußen‹. ›Schreitende am Ährenfeld‹ aus der dritten Bildfolge ist ein gutes Beispiel für seine retrospektiv orientierte Bildfindung, weil es auf eine deutlich ausgeprägte Verwandtschaft mit seinem Ölbild ›Heimkehr‹ verweist, das 1944 auf der Kunstschau des Reichsarbeitsdienstes in Prag hing. Im Vergleich beider Arbeiten zeigt sich aber auch der Wandel im Schaffen des bereits über 60-Jährigen, die Abkehr von der naturalistischen Darstellung hin zur Vereinfachung der Konturen und die Übersetzung des Gegenständlichen »in großzügige Umrisse und Formen« (Lankau/Barfod 1990, S. 36).
Sammlung
Sammlung Ost- und Westpreußen
Systematik
Grafik [Graphik] - Druckgrafik - Hochdruck - Holzschnitt