Sammlung
Pfeifenstopfer in Form eines Frauenbeines
- Künstler/in
- Modell: Franz Anton Bustelli, Ausformung und Bemalung: Porzellanmanufaktur Neudeck-Nymphenburg
- Entstehung
- München, Neudeck-Nymphenburg
- Datierung
- wohl vor 1761 (Modell); zwischen 1760 und 1765 (Ausformung und Bemalung)
- Material
- Hartporzellan, Aufglasurfarben, Gold, bemalt
- Maße
- L. 7,6 cm, G. 15,0 g
- Standort
- Bayerisches Nationalmuseum (Saal 95)
- Inventarnummer
- 2017/94
- Bezug
- –
- Zugang
- Geschenk 2017, B. Michael Andressen in Erinnerung an Dr. Alfred Ziffer aus dessen Sammlung
Der Pfeifenstopfer ist als schön geschwungenes nacktes Frauenbein gestaltet, das nur einen spitzenbesetzten Pantoffel trägt. Am Oberschenkel ist noch ein Teil des dünnen Schlüpfers und des roten Strumpfbandes zu sehen. Beim Pfeifenstopfen liegt das Bein perfekt in den Fingern, so dass dem damals vermutlich männlichen Raucher eine besondere Freude garantiert war, weil er ein Körperteil einer Dame berührte, das normalerweise tabu war. Aufgrund dieser sinnlich-erotischen Komponente und seiner perfekten Anatomie ist dieses Frauenbein zweifelsfrei Bustelli zuzuschreiben, auch wenn es keine Marke aufweist. Auch die zarten Farben entsprechen ganz denen von Nymphenburg. Im Neudecker Formverzeichnis von 1761 sind Pfeifenstopfer leider nicht eigens aufgeführt, nur »1 Frauenzimmer-Fueßl und 1 Spargel zu Etuis«, also als Nadeletui dienend. »Tabaks-Stopfer als Jungferbeingen« wurden 1765 auch in Meißen zum Kauf angeboten.
BV019410238
Zum Objekt: Ausst.-Kat. Bayerisches Nationalmuseum, München, 24. November 2004 - 13. März 2005: Franz Anton Bustelli. Nymphenburger Porzellanfiguren des Rokoko Das Gesamtwerk, Renate Eikelmann (Hrsg.), München 2004, S. 354, 502, Kat.-Nr. 199
Sammlung
Sammlung Alfred Ziffer
Systematik
Bildwerk [Plastik, Skulptur] - Figur (Mensch) - Figur