Sammlung

Zweiarmiger Kerzenleuchter

Künstler/in
Entwurf: Bruno Paul, Ausführung: Vereinigte Zoo-Werkstätten
Entstehung
Berlin
Datierung
1921 (Ausführung)
Material
Messing, gegossen
Maße
H. 39,6 cm, B. 36,5 cm, T. 13,2 cm, G. 2319,5 g
Standort
Bayerisches Nationalmuseum (nicht ausgestellt)
Inventarnummer
2018/37
Bezug
Zugang
Geschenk 2018, Erworben mit Mitteln aus dem Vermächtnis Harry Beyer, Aus dem Münchner Kunsthandel, Aus der Sammlung Dr. Alfred Ziffer

Der deutsche Maler, Architekt, Innenarchitekt und Möbelgestalter Bruno Paul (1874–1968) gehörte zu den maßgeblichen Persönlichkeiten der Reformbewegung um 1900. Als Mitbegründer der Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk München (1898) und des Deutschen Werkbundes (1907) wirkte er gleichzeitig auch als Werbe- und Buchgraphiker, Karikaturist, Illustrator, Akademielehrer und Publizist. Nach Pauls Entwürfen entstanden zahlreiche Beleuchtungskörper aus Metall, darunter auch äußerst innovative künstlerische Bearbeitungen von Kerzenleuchtern. Zur Herstellung von Lampen gründete Paul die Vereinigten Zoo-Werkstätten in Berlin. Die fertigen Produkte wurden an die Deutschen Werkstätten Hellerau, die Berliner Firma Herrmann Gerson und die Vereinigten Werkstätten geliefert. Der Kerzenleuchter mit seinen geometrischen Formen hat einen runden Standring mit hochgezogener Unterschale. Über dem flachen Nodus des schwach aufschwingenden Fußes erhebt sich ein zweifach gestufter Schaft in Form eines umgedrehten Kegelstumpfs. Die ausladenden, nach oben geführten Leuchterarme beschreiben eine Schleife. An den Enden sitzt über einem flachen Nodus die konisch geformte Tülle mit breitem Rand. Ein Foto des auf der Dresdner Jahresschau Deutscher Arbeit 1925 nach einem Entwurf von Paul von der Deutschen Werkstätten AG Hellerau gefertigten ›Plattenhauses‹ zeigt den Leuchter auf einem Konsoltischchen im Speise- und Wohnzimmer stehend. Alle anderen Möbel und Accessoires waren ebenfalls nach Vorlagen des Künstlers entstanden. 1927 zierten zwei symmetrisch aufgestellte Leuchter die Kredenz im Speisezimmer des samt Möbeln von Karl Bertsch (1873–1933), dem Direktor der Deutschen Werkstätten, entworfenen Wochenendhauses.

BV050276700
Zum Objekt: Erich Haenel, Wohnung und Siedlung Dresden 1925, in: Dekorative Kunst. Illustrierte Zeitschrift für angewandte Kunst, Bd. 29.1925/26, S. 133-143, München 1926, S. 138, Abb. Abb. unten

BV005420295
Zum Objekt: Ausst.-Kat. Stadtmuseum München, 26. Juni bis 20. September 1992: Bruno Paul. Deutsche Raumkunst und Architektur zwischen Jugendstil und Moderne, Alfred Ziffer (Hrsg.), München 1992, S. 92

BV044953908
Zum Objekt: Aukt.-Kat. Auktionshaus Neumeister KG (Hrsg.): 18.05.2018, Sammlung Ziffer, Europäisches Kunsthandwerk 18. bis 20. Jahrhundert, München 2018, Kat.-Nr. 205

BV002596995
Zum Objekt: Jahresbericht Bayerisches Nationalmuseum München 2016-2018, Frank Matthias Kammel (Hrsg.), München 2019, S. 89

BV002539476
Zum Objekt Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst, 3. Folge, Bd. 70, München 2019, S. 223 f., Abb. Abb. 19

Sammlung

Sammlung Alfred Ziffer

Systematik

Beleuchtung - Leuchten - Leuchter - Kerzenleuchter

Weitere Werke

D223543

2022/70.42

Kanne
D228401

2022/70.98

Uhrengehäuse
D228340

2022/70.62

Topf