Sammlung

Ovaler Becher mit Rocailledekor

Künstler/in
Elias Adam
Entstehung
Augsburg
Datierung
um 1737/1739
Material
Silber, getrieben, ziseliert, punziert, vergoldet
Maße
H. 9,0 cm, B. (Lippenrand) 8,2 cm, G. 134,0 g
Standort
Bayerisches Nationalmuseum (Saal 93)
Inventarnummer
2011/82
Bezug
Zugang
Geschenk 2011, Privatbesitz

Der im Querschnitt vierpassig geschweifte ovale Becher ruht auf einem ebenfalls geschweiften ovalen Fuß. Die bereits in der Abtreppung des Fußes herausgebildeten Rippen der Schweifung gehen in die hohe, leicht glockenförmig ausschwingende Becherwandung über und teilen diese in vier Kompartimente. Unterhalb der durch eine doppelte Ringlinie abgesetzten Lippe wird die ansonsten glatte Wandung mit einem Ornamentband aus Blatt- und Rankenwerk um eine zentrale Rocaillekartusche auf punziertem Grund betont. Die Kartuschen sind mit Kreuzblumen und Gitterwerk gefüllt und werden von geschuppten Kompartimenten gerahmt. Der Goldschmied Elias Adam (um 1669–1745, Meister ab 1703) hatte sich auf dem Augsburger Luxuswarenmarkt vor allem mit seinen montierten Tee-, Schokoladen- und Likörservicen unter Verwendung von Email oder Porzellan einen Namen gemacht. Der ovale Becher stammt vermutlich aus dem Zusammenhang eines luxuriösen Reisebestecks beziehungsweise eines sogenannten Mundzeugs. Sein flacher Durchmesser ermöglichte eine platzsparende Unterbringung in den eigens gefertigten Schatullen für die auf Reisen mitgeführten Besteckteile, Gewürzbehältnisse und weitere zum standesgemäßen Frühstück erforderlichen Utensilien. Während die durch die Rippen akzentuierte strenge Form des Bechers noch ganz dem ≫Style Regence≪ verpflichtet ist, deutet sich in dem ornamentalen Dekor mit den asymmetrischen Rocaillekartuschen bereits die in Augsburg in der zweiten Hälfte der Dreißigerjahre des 18. Jahrhunderts beginnende Hinwendung zum frühen Rokoko an.

BV018664010
Zu den Marken Elias Voet, Nederlandse goud- en zilvermerken, 's-Gravenhage 1963, S. 47, Kat.-Nr. 4

BV037661220
Zu den Marken: Helmut Seling, Stephanie Singer, Die Augsburger Gold- und Silberschmiede: 1529-1868. Meister, Marken, Werke, Zentralinstitut für Kunstgeschichte (Hrsg.), München 2007, Kat.-Nr. BZ1830 1964 gg

BV037661220
Zum Objekt: Helmut Seling, Stephanie Singer, Die Augsburger Gold- und Silberschmiede: 1529-1868. Meister, Marken, Werke, Zentralinstitut für Kunstgeschichte (Hrsg.), München 2007, S. 594, Kat.-Nr. 1964 kk

BV002596995
Zum Objekt: Jahresbericht Bayerisches Nationalmuseum München 2010-2011, Renate Eikelmann (Hrsg.), München 2012, S. 37-38, Abb. S. 37

BV040391120
Zum Objekt: Ausst.-Kat. Bayerisches Nationalmuseum, München, 28. März bis 29. Juli 2012: Der Silberbecher. Variationen eines Trinkgefäßes von der Renaissance bis zur Gegenwart (BKV Schriftenreihe, Bd. 60), Bayerischer Kunstgewerbe-Verein e.V. (Hrsg.), München 2012, S. 60, Abb. S. 33

BV002539476
Zum Objekt: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst, 3. Folge, Bd. 63, München 2012, S. 246-247, Abb. 9

Systematik

Gefäß - Becher

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