Sammlung

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Deckelpokal, sog. Mohrenkopfpokal

Details

Christoph Jamnitzer

Nürnberg, 1593/1602

Silber, vergoldet, farbig gefasst, Bergkristall

H. 52,2 cm

Aus den Sammlungen des Hauses Wettin in Schloss Moritzburg bei Dresden. Erworben mit Mitteln der Bayerischen Landesstiftung, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder und des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien 1994.

Inv.-Nr. 2000/81.1-2

Saal 26

Bildhauerkunst, Goldschmiedekunst

Renaissance

Beschreibung

Der Pokal ist einzigartig: Kuppa und Deckel bilden das mit einem kostbaren Kopfputz geschmückte Haupt eines jungen Schwarzen. Der Halsansatz zeigt einen Adler mit drei Halbmonden. Der Auftraggeber dieser außergewöhnlichen Goldschmiedearbeit war der in Nürnberg tätige Florentiner Kaufmann Carlo Albertinelli. Er ließ hier seine beiden Familienwappen - den "Mohrenkopf" der Pucci und den Adler der Strozzi - in ein prachtvolles Trinkgefäß zur Begrüßung von Gästen umsetzen. Die sogenannten Willkomme wurden um 1600 häufig figürlich aus Wappensymbolen gestaltet. Die grandiose Ausführung lässt erahnen, warum die Werke des Goldschmieds Christoph Jamnitzer selbst am Kaiserhof in Prag begehrt waren. Der Pokal gelangte an den kursächsischen Hof in Dresden und ist erstmals im Nachlassinventar der Kurfürstin Hedwig von 1642 als "Trinckgeschirr in gestalt eines Mohrenkopffs" erwähnt.

Weitere Werke