Sammlung

Diptychon: Szenen aus dem Leben Christi

Künstler/in
Entstehung
Paris (?), Nordfrankreich (?)
Datierung
von 1330 bis 1340 (?) / 19. Jh. (?)
Material
Elfenbein, Metall, geschnitzt
Maße
H. 20,0 cm (je Tafel), B. 11,5 cm (je Tafel)
Standort
Restitution
Inventarnummer
90/288
Bezug
Zugang
Ankauf 1990, Aus der Sammlung Fritz Thyssen - Legat Gräfin Anita Zichy-Thyssen. Zuvor in der Sammlung von Ottmar Strauss, Köln, und in der Sammlung der Prinzen von Hohenzollern, Sigmaringen.

Die mit zwei Scharnieren verbundenen Flügel zeigen in jeweils zwei Registern Szenen aus dem Leben Christi unter Spitzbogenarkaden mit Nasen und Blattkrabben. Links unten: Geburt, rechts unten: Anbetung der Könige, links oben: Kalvarienberg mit dem römischen Hauptmann Longinus und der Tränkung mit dem Essigschwamm, rechts oben Grablegung. Das bislang unpublizierte Elfenbein-Diptychon gehört zu einer großen Gruppen wohl nach Paris zu lokalisierender Elfenbeinarbeiten. Sie sind Bestandteil einer hochkultivierten "Kunstindustrie", deren Affinität zu den Marmor- und Alabasterbildwerken von Retabeln ebenso offensichtlich ist wie ihre Beeinflussung durch Grisaille-Kompositionen der Buchmalerei aus dem Bereich des Jean Pucelle.

BV000658937
Zum Objekt: Ausst.-Kat. Bayerisches Nationalmuseum, München, 18. Juli 1986 - 02. November 1986: Sammlung Fritz Thyssen. Ausgewählte Meisterwerke, Bayerisches Nationalmuseum (Hrsg.), München 1986, S. 58-59, Kat.-Nr. 23

BV043964318
Zur Provenienz: Forschungsverbund Provenienzforschung Bayern, Tätigkeitsbericht 2015/2016, Alfred Grimm (Hrsg.), München 2016, S. 63, Abb. S. 65

BV046344469
Zur Provenienz: Forschungsverbund Provenienzforschung Bayern, Tätigkeitsbericht 2016/2017, Alfred Grimm (Hrsg.), München 2017, S. 59, Abb. S. 59

Forschung

Das Elfenbeindiptychon „Geburt, Anbetung, Kreuzigung, Grablegung“ (damaliger Schätzwert 10.000 RM) gehörte spätestens seit 1931 zu der Kunstsammlung von Ottmar Strauss. Es war nicht in einer der drei bekannten Versteigerungen dieser Sammlung enthalten, sondern ist von Ottmar Strauss direkt veräußert worden. Dieser Verkauf ist nach dem Ergebnis der Recherchen als verfolgungsbedingter Verlust zu bewerten. Käufer war vermutlich Fritz Thyssen, in dessen Besitz es sich spätestens im September 1939 befand als es zusammen mit dessen Sammlung vom Oberfinanzpräsidenten der Rheinprovinz zu Gunsten des Preußischen Staates beschlagnahmt wurde. Nach der Beschlagnahme wurde es dem Folkwang Museum in Essen zugeteilt. Nach dem Krieg wurde es zusammen mit anderen Kunstwerken an Fritz Thyssen restituiert, in dessen Sammlung es sich bis 1990 befand als es das Bayerische Nationalmuseum erwarb. Nach proaktiver Provenienzrecherche und Meldung an die anwaltliche Vertretung der Erben nach Ottmar E. Strauss wurde das Objekt als NS-verfolgungsbedingt entzogen eingestuft.
Restituiert an die Erben nach nach Ottmar Strauss am 07.03.2017 .

Sammlung

Sammlung Fritz Thyssen

Systematik

Bildwerk [Plastik, Skulptur] - Relief | Altar - Altaraufsatz

Weitere Werke