Sammlung

D176661
D176667
D176691

Jesuskind mit der Weintraube

Details

Michel Erhart

Ulm, um 1470

Weidenholz, farbig gefasst

H. 40,4 cm

Geschenk des Freundeskreises des Bayerischen Nationalmuseums e.V. mit Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung 1991.

Inv.-Nr. 91/43

Saal 17

Bildhauerkunst

Gotik

Beschreibung

Er ist nicht der einzige nackte Jesusknabe, den man kennt - aber unbestritten der schönste. Kein anderer ist in seiner Bewegung so treffend lebendig und mit so sprechendem Ausdruck erfasst. Die originale Bemalung mit dem zarten Rosa auf den Wangen, den Knien, den Ellbogen und nicht zuletzt dem Hinterteil unterstreicht diese natürliche Wirkung. Nur subtile Details deuten an, dass hier kein irdischer Knabe gemeint ist. Das Haar war einst vergoldet, und die Traube verweist auf das Blut, das Jesus später am Kreuz vergießen sollte. Diese und vergleichbare Figuren des Jesuskindes spielten eine zentrale Rolle in den Weihnachtsbräuchen von Frauenklöstern; sie wurden von den Ordensschwestern umsorgt und geschmückt.

Weitere Werke