Sammlung
Anhänger in Form eines Kreuzes
- Künstler/in
- –
- Entstehung
- Deutschland (?)
- Datierung
- zweite Hälfte 16. Jh.
- Material
- Gold, getrieben, graviert, Lack (rot, Reste von), Hessonit, geschliffen, Perlen (Meerwasserperlen)
- Maße
- B. 3,2 cm, L. 4,5 cm
- Standort
- Bayerisches Nationalmuseum (nicht ausgestellt)
- Inventarnummer
- T 4354
- Bezug
- –
- Zugang
- –
Der zierliche Anhänger besteht aus fünf rechteckigen Hessoniten in Tafelschliff. Die Steine sitzen in goldenen Kastenfassungen und bilden ein gleichschenkliges Kreuz. In den Zwickeln, an den Enden der seitlichen Balken und am Ende des unteren Kreuzbalkens sind kleine Perlen angestiftet; an den Seiten der Balkenenden wurden zudem winzige, s-förmig gedrehte Blattvoluten angelötet. Als Anhängervorrichtung dient ein durch Perlrand geteilter Kugelknauf mit Astöse. Die geschlossene Rückseite zeigt auf den Kreuzbalken gravierte Akanthusranken, die aus einem zentralen geschuppten Kreis wachsen. In den Vertiefungen der Gravur finden sich Reste von rotem Lack; die Farbfassung sollte wohl eine Emaillierung imitieren.
Aus welchem ursprünglichen Kontext der Anhänger stammt, lässt sich nicht eruieren. Die Größe könnte auf ein Schmuckstück für Kinder deuten. Dass solche Kreuze auch als Hutzier verwendet wurden, dokumentiert das Bildnis eines Mannes mit Rosenkranz von Martin Schaffner (Wien, Kunsthistorisches Museum, Inv. Nr. Gemäldegalerie, 879). Bei Hessoniten handelt es sich um eine rötlich-braune transparente Varietät des Grossular-Granats mit charakteristischen Einschlüssen von Apatit. Die Edelsteine stammen meist von der Insel Sri Lanka. Sie gelangten im 16. Jahrhundert über die Handelsnetzwerke des Indischen Ozeans in den Mittelmeerraum und wurden vor allem über Venedig weiterverkauft. In historischen Inventaren erscheinen Hessonite allerdings noch unter der Bezeichnung „Hyazinth“ („hiacint“ oder „Jacint“); die präzise mineralogische Unterscheidung von der rötlich-braunen Zirkon-Varietät wurde noch nicht vorgenommen.
Systematik
Schmuck - Anhänger