Sammlung

Armband mit Bildnisminiaturen von König Maximilian I. Joseph von Bayern (1756-1825) und Königin Caroline von Bayern (1776-1841)

Künstler/in
Entstehung
Datierung
Material
Gold, Scmaragd, Perlen
Maße
Standort
Bayerisches Nationalmuseum (Saal 51)
Inventarnummer
2015/211.1
Bezug
Zugang
Geschenk 2015, Erworben mit Mitteln aus dem Vermächtnis Harry Beyer, Privatbesitz

An europäischen Fürstenhöfen waren im frühen 19. Jahrhundert Schmuckarmbänder mit Porträtminiaturen ein weitverbreitetes Geschenk. Das besonders exquisite Paar Smaragd-Armbänder zeichnet sich einerseits durch die nachgewiesene wittelsbachische Provenienz sowie andererseits durch das opulente Erscheinungsbild in Bezug auf die Qualität der Materialien und der Medaillonporträts aus. Auf die Beschenkte weist vielleicht die originale Etuiprägung mit einem »A« unter einer Krone hin. Es könnte sich um Amalie Auguste von Bayern (1801–1877) handeln. Sie war das vierte Kind von König Maximilian I. Joseph (1756–1825) und seiner zweiten Gemahlin, Caroline von Baden (1776–1841). Ihre Eheschließung 1822 mit Prinz Johann von Sachsen (1801–1873, seit 1854 König von Sachsen) könnte der Anlass gewesen sein, das in Paris gefertigte Smaragdschmuckstück von ihren Eltern als Geschenk erhalten zu haben. Die Miniaturen des Vaters Max Joseph und der Mutter Caroline von Baden sind nach Vorlagen (König Max I. Joseph am Schreibtisch, 1814, und Königin Caroline, 1816) von Joseph Stieler (1781–1858) gemalt worden, eventuell von dem Miniaturmaler Joseph Heigel (1780–1837), worauf die hohe Detailtreue und eine sehr differenzierte Zeichnung der Gesichter in zarten Farbabstufungen deuten könnten. Sie bilden jeweils den Beginn einer Reihe stilisierter Blüten aus äußerst hochwertigen gleichfarbigen Smaragden, die je um eine natürliche Süßwasserperle gelegt und dreiläufigen Bändern über seitlich bewegliche Smaragdfassungen eingepasst sind. Der Verschluss ist unter dem Medaillon versteckt; die paarweise Ausführung weist auf den Tragemodus dieser Schmuckstücke hin: Sie schmückten gleichzeitig das rechte und linke Handgelenk. Das flache goldgeprägte rote Lederetui deutet auf eine französische Arbeit hin und ist wohl aus Paris mitgeliefert worden. Das filigrane Amethyst-Armband mit gleicher Provenienz dürfte hingegen bei einem Münchner Hofjuwelier von Kronprinz Ludwig (1786–1868), dem älteren Bruder der Beschenkten, in Auftrag gegeben worden sein. Sein Jugendbildnis schmückt das Armband. Er hatte sich 1810 mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen (1792–1854) vermählt. Ludwig ist im hochgeschlossenen altdeutschen Rock dargestellt, den er als Verfechter des »teutschen Nationalgefühls« besonders schätzte. Dieses Kleidungsstück aus schwarzem Wolltuch kam als Vermächtnis König Ludwigs I. an das Bayerische Nationalmuseum (Inv.-Nr. T 5842). Therese trägt auf dem Miniaturporträt ein helles, modisches Chemisenkleid. Wieder stammen die Bildnisvorlagen von Joseph Stieler, beide 1816 gemalt. Ein originales Etui aus der Entstehungszeit hat sich hier nicht erhalten.

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Zum Objekt: Jahresbericht Bayerisches Nationalmuseum München 2014-2015, Renate Eikelmann (Hrsg.), München 2016, S. 43-44, Abb. S. 43

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Zum Objekt: Ausst.-Kat. Messegelände in München Riem, "Munich Show - Mineralientage München", 27.10.2018-28.10.2018: Im Glanz edler Steine. Die Wittelsbacher und ihre Juwelen, Bernhard Graf (Verfasser), München 2018, Abb. S. 114

BV045293511
Zum Objekt: Bernhard Graf, Schätze der Wittelsbacher. Die bayerische Herrscherfamilie auf Europas Thronen, in: The Munich Show. Mineralientage München. Das Themenbuch Elemente, München 2018, S. 128-211, Abb. S. 174

BV050482595
Zum Objekt: Ausst.-Kat. Staatliche Archive Bayerns in Kooperation mit dem Gymnasium Max-Josef-Stift, München, 14.10.-19.12.2025: Max I. Joseph und die Frauen (Ausstellungskataloge der staatlichen Archive Bayerns ; Nr. 62), Christoph Bachmann, Max-Josef-Stift (Hrsg.), München 2025, S. 174, Abb. S. 175, Kat.-Nr. Kat.-Nr. 6.4

Systematik

Schmuck - Armband

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