

Dresden, um 1745
Inv.-Nr. 80/1
Die Kommode mit ihren naturalistischen, feuervergoldeten Beschlägen ist ein hervorragendes Beispiel für die Qualität der Dresdener Hofkunst unter König August III. Sie stammt, wie auch ein Gegenstück in Privatbesitz, aus dem Besitz der Grafen Brühl in Schloss Seifersdorf. Infolge der dynastischen Beziehungen zum französischen Königshof und entsprechender Ankäufe von Mobiliar waren die sächsischen Kunsthandwerker durch den französischen Rokokostil beeinflusst. So verweist der elegante Korpus der Kommode mit dem exotischen Furnier auf französische Vorbilder. Völlig eigenartig für Dresden sind aber die naturalistischen Beschläge, wobei sich die Form der Handhaben mit Blattwerk und Früchten an einigen anderen Dresdener Möbeln wiederfindet. Graf Heinrich Brühl, seit 1746 Premierminister des Königs, konnte es sich leisten, nur die besten Kunsthandwerker zu beauftragen. Es kann daher vermutet werden, dass er die Kommode bei dem seit 1751 als königlicher Kabinett-Tischler tätigen Michael Kimmel bestellte.

